Dienstag, 26. Januar 2016

Energieeffizienz am Mittelmeer mit Passivhäusern

Wie sieht ein Passivhaus in Palermo oder Sevilla aus? Auf diese Frage geht der Wissenschaftler Jürgen Schnieders vom Passivhaus Institut in seiner Dissertation "Passive Houses in Mediterranean Climates" ein. Auch in Mittelmeerraum sind Passivhäuser realisierbar, so die Untersuchung. Das Ergebnis bestätigt, dass die Anwendung des Passivhaus-Konzepts nicht nur auf Deutschland und Österreich begrenzt ist, sondern potentiell weltweit zur Reduktion der CO2-Emissionen maßgeblich beitragen kann.
Die Studie untersucht 12 Standorte im Südwesteuropa (Italien, Südfrankreich und die Iberische Halbinsel). Das Mittelmeerklima zeichnet sich durch höhere Temperaturen, wesentlich mehr Solarstrahlung und zum Teil deutlich höhere Luftfeuchte als im mitteleuropäischen Raum aus.
Angesichts dieser klimatischen Unterschiede stellt sich die Frage, ob auch und wie im Mittelmeerraum die Anforderungen an ein Passivhaus erfüllt werden können. Bieten Passivhäuser in dieser Region wie in Deutschland hohen Komfort auch im Sommer? Sind sie energieeffizient? Lassen sie sich über die Zuluft erwärmen, kühlen bzw. entfeuchten?
Fazit ist, Passivhäuser im Mittelmeerraum benötigen weniger Dämmung als in Deutschland und kommen dort mit Zweifach-Wärmeschutz-Verglasungen aus - dafür wird die Südorientierung wichtiger als in Deutschland. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung hat sich auch für die untersuchten Standorte als entscheidende Komponente erwiesen. Im Sommer ist ein beweglicher, außenliegender Sonnenschutz unabdingbar. Helle, infrarotreflektierende Farben für die Außenfassade machen die heiße Periode leichter beherrschbar, führen aber zu einem geringfügig höheren Heizwärmebedarf. Die Studie demonstriert, wie hoher Komfort mit sehr niedrigem Heizenergieverbrauch und entsprechend niedrigen Betriebskosten kombiniert werden kann.

Quelle: PH-Institut

Mittwoch, 11. November 2015

KfW Förderung für Neubauten im Gewerbebau

Die KfW fördert im großem Maße Neubauten (Nichtwohngebäude) im energieoptimierten Standard. Wenn man also ein Bürogebäude im Passivhaus-Standard mit einer gut gedämmten Produktionshalle bauen will, dann erhält man hierfür ein gefördertes Darlehen von der KfW zu einem Zinssatz von 1 %. Alle Gebäude müssen dann insgesamt in Summe gemittelt das KfW Effizienzhaus 55 Niveau erreichen.
Zusätzlich bekommt der Bauherr einen Zuschuss i.H. von 5% der Fördersumme oder max. 50,- €/qm. 

Das Wichtigste in Kürze
  • Zinssatz ab 1,00 % effektiv 
  • Förderung gewerblich genutzter Nichtwohngebäude - Neubau und Sanierung, auch Einzelmaßnahmen 
  • Je besser die Energieffizienz, desto mehr Förderung 
  • Günstige Zinssätze und 5 % Tilgungszuschuss  bzw. max. 50,- €/qm
  • Für Unternehmen und Freiberufler ohne Beschränkungen durch die Umsatzgröße
Weiter Infos:    KfW

Freitag, 18. September 2015

Erstes Mehrfamilienhaus mit „Passivhaus Plus“-Zertifikat steht in Innsbruck

Als weltweit erstes Mehrfamilienhaus wurde ein Gebäude der Wohnbauge­sellschaft „Neue Heimat Tirol“ mit einem „Passivhaus Plus“-Zertifikat ausgezeichnet.


„Die Frage, ob ein Wohngebäude vollständig, also das ganze Jahr über mit erneuerba­rer Energie versorgt werden kann, ist von der Neuen Heimat Tirol eindeutig beantwor­tet: Ja, es geht“, freut sich Prof. Dr. Wolfgang Feist, Leiter des Passivhaus Instituts. Grundlage dafür sei die Einhaltung des Passivhaus-Standards. Dadurch sei der Ener­giebedarf derart gering, dass die in der Region erneuerbar erzeugte Energie sogar im Winter ausreiche. „Die oft angeführte ‚Netto-Jahresbilanz‘ hilft bei der Suche nach einem praktikablen Konzept zur energetischen Bewertung von Gebäuden nicht weiter - denn bis heute ist es mit auch nur annähernd vertretbarem Aufwand nur begrenzt möglich, sommerliche Wärme- oder Stromüberschüsse für den Winter zu speichern“, betont Feist. Mit dem „Passivhaus Plus“ sei dieses Problem gelöst.



Die Wohnanlage „Vögelebichl“ in Innsbruck besteht aus zwei Neubauten, die durch ei­ne Tiefgarage miteinander verbunden sind - siehe Bing-Maps und/oder Google-Maps(Grundstück aktuell noch ohne Bebauung). Der als „klassisches“ Passivhaus zertifizier­te südliche Baukörper verfügt über 10 Wohnungen. In dem als „Passivhaus Plus“ zer­tifizierten nördlichen Gebäude befinden sich auf vier Stockwerken insgesamt 16 Woh­nungen. Für das „Plus“ im Energiekonzept sorgen ...
  • eine Grundwasserwärmepumpe,
  • eine thermische Solaranlage und
  • eine Photovoltaik-Anlage.
Um auf der anderen Seite der Bilanz den Bedarf gering zu halten, kommen in beiden Gebäudeteilen die bekannten Grundprinzipien des Passivhaus-Standards zum Einsatz:
  • Komfortlüftung,
  • Dreischeibenverglasung,
  • sehr gute Wärmedämmung,
  • luftdichte Gebäudehülle und
  • wärmebrückenfreie Konstruktion.
Zur Erinnerung: Die Zertifizierungsklasse „Passivhaus Plus“ wurde im April 2015 mit einer neuen Version des Planungstools PHPP eingeführt. Die Obergrenze für den Ge­samtbedarf an erneuerbarer Primärenergie (PER) liegt hier bei 45 kWh/(m²a). Zugleich müssen, bezogen auf die überbaute Fläche, mindestens 60 kWh/(m²a) erneuerbare Energie erzeugt werden. Der Heizwärmebedarf darf, genau wie beim „Passivhaus Clas­sic“, maximal 15 kWh/(m²a) betragen

Quelle: baulinks.de

Mittwoch, 24. Juni 2015

100.000,- € KfW-Förderdarlehen für Passivhäuser

Die KfW ändert die Förderdarlehen für Passivhäuser. Bisher gab es zu günstigen Zinskonditionen pro Wohneinheit 50.000,- € Förderdarlehen. Ab dem 01.04.2016 wird das Förderdarlehen auf 100.000,- € erhöht. Selbstverständlich weiterhin zu günstigen Zinsen. Aktuell beträgt der effektive Jahreszins 0,75 %! 

Der Grund dafür sind die gestiegenen Anforderungen gemäß EnEV 2014. 
Die KfW-Förderung für den Standard "KfW-Effizienzhaus 70" entfällt endlich.
Dafür wird - neben den bereits bestehenden Förderstandards 
KfW-Effizienzhaus 55 und 40 - ein weiterer Standard "KfW-Effizienzhaus 40 Plus" 
mit einem attraktiven Tilgungszuschuss angeboten.

Für die 20- und 30-jährigen Kreditlaufzeiten wird eine 20-jährige Zinsbindungsvariante eingeführt.

Sie haben Fragen? Fragen Sie uns. Wir haben die Antworten!

Freitag, 22. Mai 2015

Nordbau 2015 in Neumünster

Auch in diesem Jahr nehmen wir an norddeutschlands größter Baumesse teil. Die Messe findet vom Mittwoch, dem 09.09. - 13.09.15 in den Holstenhallen statt.

Weiter Info's sowie Anfahrtsbeschreibungen finden Sie unter folgendem Link:

http://www.nordbau.de


Sie finden uns in Halle 8, Stand-Nummer 8431

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Mittwoch, 6. Mai 2015

„Plus“ und „Premium“: Passivhaus Institut definiert endlich Plusenergiehaus-Klassen

Erneuerbare Energien sind eine ideale Ergänzung zur Effizienz des Passiv­haus-Standards. Um auch bei dieser Kombination eine geregelte Orientierung zu bie­ten, erweitert das Passivhaus Institut seine Gebäude-Zertifizierung endlich um neue Gebäude-Klassen, die dem - mindestens mal medialen - Trend zu Plusenergie-Häusern nachkommen: Neben dem „Passivhaus Classic“ gibt es künftig ...
  • das „Passivhaus Plus“ und
  • das „Passivhaus Premium“.


Bewertung der Effizienz berücksichtigt „Erneuerbare Primärenergie“

Der Heizwärmebedarf eines Passivhauses darf 15 kWh/(m²a) nicht überschreiten. Das gilt auch weiterhin. An die Stelle des bisher betrachteten Primärenergiebedarfs tritt mit Einführung der neuen Klassen aber der Gesamtbedarf „Erneuerbarer Primär­energie“ (Primary Energy Renewable bzw. PER):
  • Bei einem „Passivhaus Classic“ liegt dieser Wert bei maximal 60 kWh/(m²a).
  • Ein „Passivhaus Plus“ ist effizienter: Es darf nicht mehr als 45 kWh/(m²a) er­neuerbare Primärenergie benötigen. Zudem muss es - bezogen auf die über­baute Fläche - mindestens 60 kWh/(m²a) Energie erzeugen.
  • Beim „Passivhaus Premium“ ist der Energiebedarf sogar auf 30 kWh/(m²a) be­grenzt, die Energieerzeugung muss mindestens 120 kWh/(m²a) betragen.
„Der Bedarf an Heizenergie ist beim Passivhaus stark reduziert, der Verbrauch für Warmwasser und Haushaltsstrom fällt daher umso stärker ins Gewicht. Dies wird in der neuen Bewertung sinnvoll und zukunftsfähig berücksichtigt“, erläutert Prof. Dr. Wolfgang Feist, Leiter des Passivhaus Instituts. Das neue Schema nimmt dabei die Energiewen­de vorweg und betrachtet das Gebäude in einem Umfeld, in dem nur er­neuerbare Energie genutzt wird. „Durch den geringen Verbrauch des Passivhauses ist ein solches Szenario ohne Weiteres realisierbar“, sagt Feist. 
Wind und Sonne liefern Primärstrom. Ein Teil dieses Stroms kann direkt genutzt wer­den. Um Überschüsse in die Zeiten eines geringeren Energieangebots zu übertragen, sind hingegen Speicher nötig. Diese liefern bei Bedarf Sekundärstrom, der mit Verlus­ten verbunden ist. Je nach Art der Energieanwendung sind die Anteile von Primär- und Sekundärstrom verschieden, und mit ihnen die Verluste der Energiebereitstellung. Diese spezifischen Energieverluste einer Energieanwendung werden durch den jewei­ligen PER-Faktor beschrieben:
  • Der Bedarf für Haushaltsstrom ist im Jahresverlauf recht konstant, darum ist der Direktstromanteil hoch, der PER-Faktor klein.
  • Geheizt wird dagegen nur im Winter. Um dann genug Energie zu haben, muss der Strom teilweise im Sommer gewonnen und für den Winter verlustreich ge­speichert werden, was zu einem hohen PER-Faktor führt.

Quelle: baulinks.de

Mittwoch, 11. März 2015

Passivhaus-Schule in Aachen

Es ist kein Geheimnis: Ohne einen sparsameren Umgang mit Energie sind die ehrgeizigen Klimaziele der Bundesregierung nicht zu schaffen. Erst vor einigen Wochen hat die Internationale Energieagentur wieder darauf hingewiesen, dass mehr Effizienz im Verkehr, bei Gebäuden und in der Industrie riesige Sparpotenziale bietet. 

Allein: Auf dem Feld des Energiesparens kommt die Welt kaum voran, und auch Deutschland tut sich schwer; vor allem im Bereich der Gebäudesanierung, wo rund 40 Prozent (!) des deutschen Energieverbrauchs anfallen.


Einsparungen von 150.000 Euro

Nun zeigt ein Beispiel aus Nordrhein Westfalen, dass vor allem bei vielen öffentlichen Gebäuden enormes Energiesparpotenzial besteht – es sich durchaus lohnen kann, es zu heben. Denn die nahe Aachen gelegene Stadt Baesweiler spart nach der energetischen Sanierung des Gymnasiums rund 150.000 Euro an Heizkosten pro Jahr. Lag der Bedarf ursprünglich bei umgerechnet 220 Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter, sind es jetzt nur noch 15 – ein Minus von rund 90 Prozent.
Damit erfüllt die Schule die Vorgaben für ein Passivhaus.
Quelle: Wirtschaftswoche green