Freitag, 18. September 2015

Erstes Mehrfamilienhaus mit „Passivhaus Plus“-Zertifikat steht in Innsbruck

Als weltweit erstes Mehrfamilienhaus wurde ein Gebäude der Wohnbauge­sellschaft „Neue Heimat Tirol“ mit einem „Passivhaus Plus“-Zertifikat ausgezeichnet.


„Die Frage, ob ein Wohngebäude vollständig, also das ganze Jahr über mit erneuerba­rer Energie versorgt werden kann, ist von der Neuen Heimat Tirol eindeutig beantwor­tet: Ja, es geht“, freut sich Prof. Dr. Wolfgang Feist, Leiter des Passivhaus Instituts. Grundlage dafür sei die Einhaltung des Passivhaus-Standards. Dadurch sei der Ener­giebedarf derart gering, dass die in der Region erneuerbar erzeugte Energie sogar im Winter ausreiche. „Die oft angeführte ‚Netto-Jahresbilanz‘ hilft bei der Suche nach einem praktikablen Konzept zur energetischen Bewertung von Gebäuden nicht weiter - denn bis heute ist es mit auch nur annähernd vertretbarem Aufwand nur begrenzt möglich, sommerliche Wärme- oder Stromüberschüsse für den Winter zu speichern“, betont Feist. Mit dem „Passivhaus Plus“ sei dieses Problem gelöst.



Die Wohnanlage „Vögelebichl“ in Innsbruck besteht aus zwei Neubauten, die durch ei­ne Tiefgarage miteinander verbunden sind - siehe Bing-Maps und/oder Google-Maps(Grundstück aktuell noch ohne Bebauung). Der als „klassisches“ Passivhaus zertifizier­te südliche Baukörper verfügt über 10 Wohnungen. In dem als „Passivhaus Plus“ zer­tifizierten nördlichen Gebäude befinden sich auf vier Stockwerken insgesamt 16 Woh­nungen. Für das „Plus“ im Energiekonzept sorgen ...
  • eine Grundwasserwärmepumpe,
  • eine thermische Solaranlage und
  • eine Photovoltaik-Anlage.
Um auf der anderen Seite der Bilanz den Bedarf gering zu halten, kommen in beiden Gebäudeteilen die bekannten Grundprinzipien des Passivhaus-Standards zum Einsatz:
  • Komfortlüftung,
  • Dreischeibenverglasung,
  • sehr gute Wärmedämmung,
  • luftdichte Gebäudehülle und
  • wärmebrückenfreie Konstruktion.
Zur Erinnerung: Die Zertifizierungsklasse „Passivhaus Plus“ wurde im April 2015 mit einer neuen Version des Planungstools PHPP eingeführt. Die Obergrenze für den Ge­samtbedarf an erneuerbarer Primärenergie (PER) liegt hier bei 45 kWh/(m²a). Zugleich müssen, bezogen auf die überbaute Fläche, mindestens 60 kWh/(m²a) erneuerbare Energie erzeugt werden. Der Heizwärmebedarf darf, genau wie beim „Passivhaus Clas­sic“, maximal 15 kWh/(m²a) betragen

Quelle: baulinks.de